eroeffnung-teestuebchen

Die Eröffnung

Seit 1970 in Familienbesitz

Nachdem Günther Bohnecke bereits 1968 das legendäre Museumstübchen mit der ersten „jungen Theke“ der Altstadt erfolgreich gegründet hatte, verwandelte er im Herbst 1970 einen ehemaligen Friseursalon in das heutige Teestübchen am Ballhofplatz und eröffnete es am Freitag, den 13. November. Abgesehen davon, dass man damals hier, in gemütlicher Atmosphäre unter anderem, acht verschiedene Teesorten genießen konnte, war die Gestaltung des Teestübchens neu und einzigartig. „Viele denken, dass es hier schon vorher so ausgesehen hat wie heute.“ sagt Günther Bohnecke. „Das ist für mich ein großes Kompliment.“ Die Einrichtung ist mit viel Liebe und Geschick aus Teilen verschiedener Abrissgebäude zusammengeführt worden. Schließlich ist das Teestübchen so zum Treffpunkt für Flaneure und einem besonderen Ort der Gemütlichkeit im Herzen der Altstadt geworden.

Günther Bohnecke 1970 vorm Teestübcchen
Teestuebchen 1970

Das Interieur

Prunkstücke aus historischen Gebäuden

Ende der 60er Anfang der 70er Jahre war die Zeit, als im Zuge der Modernisierung einige prachtvolle Gebäude Hannovers der Fallbirne zum Opfer fielen und vieles einfach verschrottet und entsorgt wurde. Nicht so die Prunkstücke des Teestübchens. Die kunstvollen gusseisernen, rund drei Tonnen schweren Gitter und Säulen sind Relikte des Treppenaufgangs der ehemaligen Königlichen Eisenbahndirektion am Thielenplatz, die Holzvertäfelungen an den Wänden und der Theke stammen aus dem ehemaligen Direktorenzimmer der Landschaftlichen Brandkasse am Aegi. Das Lieblingsstück ist aber der bildschöne neugotische Eichenschrank hinter der Theke. Dieser stammt aus Wilhelm Eichhorns „Colonial und Materialwarenhandlung“ in der Steintorstraße. Entworfen wurde er 1834 im Stil der Hase-Gothik vom Architekten Karl Börgemann, ein bedeutender Vertreter der Hannoverschen Schule. Der ehemalige städtische Baupfleger Ernst Gronewold hielt all diese Prachtstücke für verloren, ehe sie von Günther Bohnecke entdeckt und gerettet wurden. So sind sie bis heute Teil der hannoverschen Bauhistorie geblieben.

Die gute Seele

Mutter Bohnecke - Königin der Altstadt

Noch bis ins hohe Alter unterstützte Günther Bohneckes Mutter Anna Bohnecke das Teestübchen und wurde von Stammgästen liebevoll Mutter Bohne oder Königin der Altstadt genannt. Sie war weit über die Stadtgrenzen hinaus für ihre köstlichen Käse- und Apfelkuchen bekannt und hatte immer ein großes Herz und ein offenes Ohr für Ihre Gäste. Zu den vielen Stammgästen zählten zum Beispiel der amerikanische Künstler Andy Warhol, Kunstprofessor Joseph Beuys und die Schauspiellegende Karlheinz Böhm, welcher bei seinen Engagements am Ballhof-Theater stets auch Gast im Teestübchen war. Bereits als Kind schaute Enkelin Josephine, heutige Juniorchefin, Ihrer Oma in der Backstube über die Schulter und wurde so schon früh in die geheimen Familienbackrezepte eingeweiht.

Oma Anna - die gute Seele
Josephine & Günther Bohnecke

Tradtion & Qualität

Mit Liebe zum Detail

Bereits mit 15 Jahren versprach Enkelin Josephine Bohnecke ihrer Oma Anna, das Teestübchen mit viel Herz und Leidenschaft in die nächste Generation zu führen und so die Familientradition zu wahren. Seit 2004 führt nun Juniorchefin Josephine den Familienbetrieb. In den letzten Jahren sind immer wieder neue Familienrezepte von Josephine und ihrer Mutter Ute Bohnecke entwickelt worden. So unter anderem der von den Gästen so geliebte Carrot Cake und New York Cheesecake. Heute freut sich Josephine darüber, nicht nur Schauspieler des Ballhoftheaters sondern auch viele treue Stammgäste begrüßen zu dürfen. Aus der Hektik der Innenstadt zu entfliehen – an lauen Sommerabenden bei einem leckeren Glas Wein vor der mit wildem Wein bewachsenen Hausfassade zu verweilen mit Blick auf den schönsten Platz Hannovers, samstags im Liegestuhl beim Jazz am Ballhof der Musik zu lauschen oder auf kuscheligen Sofas an kalten Wintertagen beim Duft von frisch gebackenen Kuchen, einen der 40 erlesenen Tees zu genießen – all das spiegelt das besondere und unvergessliche Teestübchen-Gefühl wider.